Wohnungsbesichtigung, Mängelfeststellung durch Dritten

  • Guten Tag,

    mein Frau und ich haben folgendes Problem.
    Wir haben unsere aktuelle Wohnung gekündigt weil wir umziehen möchten.
    Jetzt haben wir einen Brief vom Haus- und Grundeigentümerverein bekommen mit dem Thema "Wohnungsbesichtigung, Mängelfeststellung durch Herrn T. H." Der Vermieter hat seinen Sohn damit bevollmächtigt die Wohnung zu besichtigen um Mängel festzustellen.
    Da wir ein schlechtes Verhältnis zu ihm haben, befürchten wir natürlich das er uns "abzocken" will und möchten ihn nicht in die Wohnung lassen.
    Ist das überhaupt erlaubt? Müssen wir ihn reinlassen oder gibt es eine andere Lösung?


    Ich danke schon mal im voraus für hilfreiche Antworten.

  • Grundsätzlich kann der Vermieter auch jemanden bevollmächtigen und solange von diesem keine akute Gefahr ausgeht, müsst ihr diesen auch zur Wohnungsabnahme akzeptieren.


    Geht es um eine Vorabnahme? Die müsst ihr nicht dulden, empfehlenswert ist es aber grundsätzlich schon, v.a. wenn es tatsächlich Mängel gibt, die ihr beseitigen müsst. Hier sind genaue Absprachen vor der eigentlichen Rückgabe sinnvoll, damit später nicht unnötige Kosten entstehen.


    Wie will er euch denn abzocken? Wenn es tatsächlich Mängel gibt, die zweifelsfrei euch zuzuschreiben sind, müsst ihr ohnehin dafür aufkommen. Egal ob da der Vermieter, sein Anwalt oder eben der Sohn kommt. Gibt es strittige Punkte, könnt ihr das genauso festhalten und euch dann eben später evtl. vor Gericht streiten. Ihr solltet nur nicht blanko irgendetwas unterschreiben oder euch auf mündliche Aussagen verlassen, sondern alles schriftlich festhalten, damit es später beweisbar ist. Was befürchtest du denn? Ihr könntet auch bereits vor der Vorabnahme/Abnahme der Wohnung alles sehr detailliert mit Zeugen fotografieren und dies als "eure" Beweise aufheben.

  • Eine Vorabnahme solltet ihr grundsätzlich machen lassen. Notiert die Punkte, die nach Meinung des "Abnehmers" in Ordnung gebracht werden sollten, aber unterschreibt nichts. Wenn diese "Mängelliste" dann vorliegt, solltet ihr euch wieder melden und dann kann man das diskutieren.

  • Es geht zum Beispiel um Mängel die noch vom Vormieter stammen oder Mängel die nicht Rechtens wären.

    Wir wissen ja nicht was er aus dem Hut zaubert. Dem Rechtsstreit wollen wir ja aus dem Weg gehen.
    Wenn wir normal mit dem reden könnten wäre ja alles ok.


    Ja es geht um eine Vorabnahme. Das die empfehlenswert ist wissen wir, deshalb haben wir auch kein Problem damit das der Vermieter (meinetwegen mit Frau) die Mängelfeststellung macht, das haben wir ihm auch so gesagt.


    Gibt es für den Fall eine Liste mit Mängeln die er hinnehmen muss? Zum Beispiel 2 Dellen im Laminat (den wir zur Hälfte selber bezahlt haben und selber verlegt haben) etc.

  • Ja es geht um eine Vorabnahme.

    Es wäre empfehlenswert selbst auch einen neutralen Zeugen bei der Besichtigung dabeizuhaben. Mängel/Schäden dürfen ja bei der Vorabnahme benannt/beschrieben werden. Letztendlich ist die Frage von wem diese verursacht wurden, und diesen Beweis hat der VM zu erbringen. Sehe also der Vorabnahme mit Gelassenheit entgegen, lasse Dich auf keine unnötige Diskussion ein und unterschreibe nichts. Das wäre meine Empfehlung.

  • Gibt es für den Fall eine Liste mit Mängeln die er hinnehmen muss? Zum Beispiel 2 Dellen im Laminat (den wir zur Hälfte selber bezahlt haben und selber verlegt haben) etc.

    Wenn ich so etwas lese, könnte es wohl tatsächlich interessant werden. Wem gehört denn nun der Boden? Wurde das schriftlich festgehalten?


    Hinzunehmen sind grundsätzlich normale Abnutzungserscheinungen und da Laminat in Mietwohnungen meistens kein hochwertiger Bodenbelag ist, können da 2 Dellen, je nach Ausmaß schon darunter fallen.


    Wenn ihr beweisen könnt, dass Mängel/Schäden von den Vormietern verursacht wurden und bereits bei Einzug bestanden, ist das nicht euch zuzurechnen. Die Frage ist hier nur, könnt ihr das?


    Ihr könnt bei der Vorabnahme eine Bestandsliste machen, aber solltet dann eben keine Zusagen machen, was gemacht wird, was ihr zahlen würdet usw. Mit dieser Liste könnt ihr entweder selbst eine beliebte Suchmaschine bemühen oder eine fachkundige Person fragen, was davon euch zufällt und was der Vermieter zu machen bzw. welche Kosten er zu tragen hat. Danach sieht man weiter. Ich würde das erst mal gelassen sehen.

  • Es geht zum Beispiel um Mängel die noch vom Vormieter stammen

    Dann müsste es wohl eine Protokoll bei eurem Einzug gegeben haben? Ansonsten dürfte es schwer werden durch euch verursachte Mängel von denen des Vormieters zu trennen.

    Davon abgesehen, ist so eine Vorabnahme/Abnahme eher eine Serviceleistung für euch, und nicht gegen euch, und eine Chance auf vernünftige Eingigung. Würde es gar keine geben, und jeder macht sein Protokoll selber, ohne die Gegenseite, würde das auch nichts an der Sachlage ändern.

    Beschädigungen bleiben auch ohne Endabnahme Beschädigungen und sind immer noch eine Frage des Nachweises. Ebenso Schönheitsreparaturen.

  • Hallo,
    ich bitte um Verzeihung, ist jetzt ein Weilchen her.

    Wir haben die erste Besichtigung jetzt hinter uns gehabt und es lief besser als erwartet. Der Sohn vom Vermieter blieb sachlich und alles war gut, bis jetzt...
    Die Frau vom Vermieter wollte jetzt unbedingt auch nochmal die Wohnung sehen und ist scheinbar auf Krawall aus.

    Die Sache ist die, im Bad haben wir nur eine Badewanne, als wir eingezogen sind war da eine schon etwas betagte 7-Teilige-Duschwand.
    Diese Duschwand war kaputtgegangen, weil die Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Paneelen gebrochen waren.
    Als Ersatz haben wir uns für ein Eck-Duschrollo entschieden.

    Jetzt besteht die Frau vom Vermieter darauf das wir das Rollo entfernen und die alte Duschwand wieder montieren.

    Müssen wir das jetzt machen?

  • Diese Duschwand war kaputtgegangen, weil die Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Paneelen gebrochen waren.

    Und diese Duschwand habt ihr im Keller oder auf dem Boden aufgehoben und werdet sie noch vor eurem Auszug wieder einbauen. Wenn ihr sie aber entsorgt habt, habt ihr jetzt ein richtiges Problem. Darum solltet ihr jetzt ganz kleine Brötchen backen und mit der Vermieterin einen Kompromiss finden. Ihr habt auch damals nicht den Vermieter über diese defekte Duschwand informiert, den Mangel gemeldet?

  • Damals hat die Duschwand noch funktioniert, sie war halt einfach nur nicht gerade neu.

    Nein diese Duschwand haben wir nicht mehr, wir sind davon ausgegangen das wir einen Ersatz besorgen.

    Wir fanden dieses Rollo jetzt auch besser als diese Duschwand.

    Wie sieht den da die Rechtslage aus ?

  • Mal ein Auszug aus dem Mietvertrag:
    Kleinere Reparaturen an Gegenständen, die dem ständigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind, trägt bis zu einem Betrag in Höhe von 100,- Euro der Mieter. Dabei handelt es sich z.b. um Reparaturen an Verschlüssen, Riegeln,.... sowie sonstigem Zubehör zu Bade- und Duscheinrichtungen. Diese Verpflichtung trifft den Mieter höchstens dreimal innerhalb eines Jahres.

    Jeden in den Mieträumen entstehenden Schaden hat der Mieter unverzüglich dem Vermieter anzuzeigen. Für einen durch nicht rechtzeitige Anzeige verursachten weiteren Schaden ist der Mieter ersatzpflichtig.




    Jetzt sind wir nicht direkt zum Vermieter gerannt um ihm zu melden das die Duschwand kaputt gegangen ist und haben uns verpflichtet gefühlt einen Ersatz zu besorgen. Für uns war jetzt halt dieses Rollo der geeignete Ersatz.