Mietspiegel §§ 558 c und 558 d BGB

Mit ein paar Klicks einfach und schnell die monatlichen Ausgaben senken

DSL & Internet

» bis zu 650€ Ersparnis

  • bis zu 300€ Cashback
  • mehr als 900 Tarife
  • kostenlos & unverbindlich

zum Tarifvergleich

Strom

» bis zu 500€ Ersparnis

  • bis zu 240€ Sofortbonus
  • mehr als 12.500 Tarife
  • kostenlos & unverbindlich

zum Tarifvergleich

Gas

» bis zu 750€ Ersparnis

  • bis zu 250€ Extra-Bonus
  • mehr als 8.000 Tarife
  • kostenlos & unverbindlich

zum Tarifvergleich


In Kooperation mit check24

MietspiegelDas Gesetz differenziert zwischen dem einfachen Mietspiegel, der in § 558 c BGB geregelt ist und dem qualifizierten Mietspiegel gemäß § 558 d BGB. In beiden Fällen bedeutet der Begriff Mietspiegel, dass es sich dabei um eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete handelt, der dem Mieter die Überprüfung einer Mieterhöhung erleichtern soll. Gerichten dient der Mietspiegel hingegen als Erkenntnismittel in Prozessen über Mieterhöhungen und über Rückforderungen überhöhter Mietzahlungen.

In der Regel werden Mietspiegel von den jeweiligen Gemeinden selbst gefertigt und sodann zur Verfügung gestellt. Soll ein Mietspiegel für mehrere Gemeinden erstellt werden, sind daran außerdem die Interessenvertreter der Mieter und Vermieter zu beteiligen. Der Veröffentlichung des Mietspiegels hat ein Gemeinderatsbeschluss vorauszugehen.

Verfahren zur Erstellung

Die Gemeinden haben die Möglichkeit, die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen in 2002 veröffentlichten sogenannten „Hinweise zur Erstellung von Mietspiegeln“ zum Zwecke der Vereinheitlichung der Erstellung von Mietspiegeln heranzuziehen. Darin sind Grundlagen benannt, auf deren Basis der jeweilige Mietspiegel zum Zwecke der besseren Vergleichbarkeit beruhen sollte (z.B. welche Wohnungen sind zu berücksichtigen, welche nicht; welche mietpreisbildenden Faktoren sind einzustellen etc.).

Einfacher Mietspiegel (§ 558 c BGB)

Gesetzliche Vorgaben, in denen die Anforderungen an die Erstellung eines einfachen Mietspiegels einheitlich  geregelt sind, gibt es nicht. Der Begriff des Mietspiegels wird allerdings im Gesetz definiert. Danach stellt der Mietspiegel eine zusammenfassende Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten zu einem bestimmten Stichtag darf. Ferner muss er von den Gemeinden oder Interessenvertretern der Vermieter und Mieter gemeinsam erstellt oder anerkannt worden sein. Diese Begriffsdefinition gilt auch für den qualifizierten Mietspiegel.

Allgemein durchgesetzt hat sich jedoch, im Rahmen der jeweiligen Mietspiegel Kaltmieten auszuweisen. Hintergrund ist, dass im Regelfall einem Mietverhältnis die Vereinbarung einer Kaltmiete zugrunde liegt.

Auf Grund der geringen Anforderungen, die an einen einfachen Mietspiegel gestellt werden, kommt diesem im Unterschied zum qualifizierten Mietspiegel im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung über die Berechtigung einer Mieterhöhung keine Beweiskraft zu. Das Gericht ist an die Aussagekraft eines einfachen Mietspiegels nicht gebunden.

Qualifizierter Mietspiegel (§ 558 d BGB)

Im Unterschied zum einfachen Mietspiegel (§ 558 c BGB) sind die Anforderungen an einen qualifizierten Mietspiegel (§ 558 d BGB) insoweit höher, als dass der qualifizierte Mietspiegel nach wissenschaftlichen Grundsätzen zu erstellen ist. So sollen die angewandten Ermittlungsmethoden sowohl dokumentiert als auch nachvollziehbar und überprüfbar sein (Siehe: Kinne ZMR 2001, 775, 782). Auch im Hinblick auf die Aktualität der Angaben stellt der Gesetzgeber an den qualifizierten Mietspiegel gesteigerte Bedingungen.

Durch diese erhöhten Anforderungen soll der qualifizierte Mietspiegel eine besondere Gewähr für die Richtigkeit der dortigen Angaben bieten. Im Übrigen kommt dem qualifizierten Mietspiegel im Falle eines mietrechtlichen Prozesses erhebliche Beweiskraft zu und ist als Grundlage einer Urteilsbegründung zulässig.

Liegt ein qualifizierter Mietspiegel für die betreffende Gemeinde vor, kommt diesem eine höhere und maßgeblichere Bedeutung zu als dem einfachen Mietspiegel.

Hinweis: Nachdem einige Berliner Gerichte den Mietspiegel als ungültig angesehen haben, sieht die Mietrechtsnovelle für 2016 vor, die bisherigen wissenschaftlichen Grundsätze weiter zu konkretisieren, sodass der Mietspiegel eine rechtssichere Orientierung und ein realistisches Abbild der Mietentwicklung einer Region gibt.

Aktualisierung des Mietspiegels

Ausweislich § 558 c Abs. 3 BGB sollte ein einfacher Mietspiegel alle 2 Jahre aktualisiert werden. Eine Verpflichtung insoweit besteht allerdings nicht. Auch ein nicht aktualisierter einfacher Mietspiegel bleibt weiterhin maßgeblich.

Weitaus höhere Anforderungen sind an den qualifizierten Mietspiegel zu stellen. Diese ergeben sich aus § 558 d BGB. Danach verliert ein qualifizierter Mietspiegel seinen Qualifizierungsstatus, wenn er nicht nach Ablauf von mehr als 2 Jahren erneut überprüft und der Marktentwicklung angepasst wurde (sogenannte Fortschreibung) oder älter als 4 Jahre ist. In diesem Fall wird aus einem qualifizierten ein einfacher Mietspiegel.

Zuletzt aktualisiert: 08.01.2016

Diese Seite weiterempfehlen

Artikel bewerten

Bewertung: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,40 von 5 Punkten, basierend auf 5 abgegebenen Stimmen.
Loading...

VGW 95