Wohngelderhöhung 2016

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Zum 1. Januar 2016 will die Bundesregierung das Wohngeld erhöhen. Es ist seit 2009 unverändert. Da sich Bund und Länder die Kosten teilen, muss der Bundesrat noch zustimmen. Wohngeld entlastet Mieter bei der Miete und Eigenheimnutzer von den Kosten des selbst genutzten Eigentums.

Anpassung der Tabellenwerte und Miethöchstbeträge

Die Anpassung erfasst die „Tabellenwerte“, also die von der Gemeinde im Einzelfall bewilligten Wohngeldbeträge. Sie sollen im Schnitt um 39 % angehoben werden. Gleichfalls sollen die Miethöchstbeträge erhöht werden. Dies sind die von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich gestaffelten Beträge, bis zu deren Höhe Wohngeld bezahlt wird. Sie sollen in einzelnen Regionen den besonders stark steigenden Mieten in überdurchschnittlicher Weise angepasst werden.

Entlastung der Haushalte

Die Wohngeldreform entlastet die von den Mietsteigerungen besonders betroffenen Haushalte. Gerade Singlehaushalten (Rentner, Alleinstehende) kommt die Anhebung des Miethöchstbetrages in der Mietstufe I von 292 € auf 312 € zugute.  Alleinerziehende mit einem Kind unter 12 Jahren profitieren von der Anhebung des Freibetrages von 600 € auf 1.320 €, der vom Einkommen abgezogen wird. Bei den derzeit 90.000 Beziehern von Grundsicherung sowie Arbeitslosengeld II sind Mietzuschüsse bei den Unterkunftskosten bereits einkalkuliert. Mit der Anpassung soll künftig auch die Summe aus Wohngeld und Kinderzuschlag höher ausfallen als das Arbeitslosengeld II. Beim selbstgenutzten Eigentum (ca. 10 % aller Wohngeldhaushalte) werden Betriebs- und Kreditkosten statt bislang mit 424 €, künftig mit 450 € berücksichtigt.

Mehr Infos zum Wohngeld: wohngeld.org

In 2012 bezogen ca. 783.000 Haushalte Wohngeld. Ihre Zahl wird aufgrund der verbesserten Bewilligungsaussichten voraussichtlich auf 870.000 Haushalte ansteigen. Eingerechnet sind 90.000 Haushalte, die diese Leistungen bislang mit der Grundsicherung beziehen.

Voraussichtlich 860 Millionen Euro Mehrkosten

Nach Angaben des Bundesbauministeriums verursacht die Reform in 2016 Mehrkosten von 810. Mio. €. Die Mieterverbände kritisieren die Reform als längst überfällig und fordern eine stetige Anpassung des Wohngeldes an die Mietsteigerungen.