Rauchmelder – Alle Informationen im Überblick

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Laut dem Forum Brandrauchprävention sterben in Deutschland jährlich mehr als 400 Menschen an Brandfolgen, 95 Prozent ersticken dabei an giftigen Gasen.

Mittlerweile haben 14 Bundesländer in ihrer Bauordnung eine Heimrauchmelderpflicht festgeschrieben. Die Bundesländer Berlin und Brandenburg erarbeiten gerade eine neue Landesbauordnung, die eine Rauchmelderpflicht ab 2016 für Neubauten vorsehen und eine entsprechende Nachrüstpflicht für Bestandbauten bis spätestens 31.12.2020 vorschreiben soll.

Rauchmelderpflicht ist Ländersache

In den meisten Bundesländern herrscht für Neubauten inzwischen eine Rauchmelderpflicht. Bei Bestandswohnungen sieht es hingegen anders aus, hier wird eine Verpflichtungen erst nach und nach eingeführt. Mangels einer bundeseinheitlichen Regelungen sind die Länder selbst aufgerufen, die Rauchmelderpflicht in ihrer Landesbauordnung zu regeln. Allen Landesbauordnungen liegt dabei die deutsche Norm für Rauchwarnmelder in Wohnhäusern, Wohnungen und Räumen mit wohnungsähnlicher Nutzung (DIN 14676) zugrunde.

Die Bestimmungen der Bundesländer in der Übersicht:

Bundesland Einbaupflicht für Neu- und Umbauten Nachrüstpflicht in Bestandsbauten
Baden-Württemberg seit Juli 2013 bis spätestens 31.12.2014
Bayern ab 2013 bis spätestens 31.12.2017
Berlin (in Planung) ab 2017 bis spätestens 31.12.2020
Brandenburg (in Planung) noch offen bis spätestens 31.12.2020
Bremen seit Mai 2010 bis spätestens 31.12.2015
Hamburg seit Dezember 2005 seit Ende 2010
Hessen seit Mai 2005 bis spätestens 31.12.2014
Mecklenburg-Vorpommern seit September 2006 seit Ende 2009
Niedersachsen seit November 2012 bis spätestens 31.12.2015
Nordrhein-Westfalen seit April 2013 bis spätestens 31.12.2016
Rheinland-Pfalz seit Dezember 2003 seit Juni 2012
Saarland seit Juni 2004 bis spätestens 31.12.2016
Sachsen seit 01.01.2016
Sachsen-Anhalt seit Dezember 2009 bis spätestens 31.12.2015
Schleswig-Holstein seit 2005 seit Ende 2010
Thüringen seit Januar 2008 bis spätestens 31.12.2018

Stand: 07. Januar 2016

In welchen Räumen sollten Rauchmelder angebracht werden?

„Wegen der verminderten Wahrnehmung von Brandrauch im Schlaf sind Schlafbereiche, insbesondere Kinder- und Schlafzimmer sowie Flure durch Rauchwarnmelder zu überwachen.“, empfiehlt Carsten Wege, Geschäftsführer des Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe.

So sieht auch die Mindestausstattung gemäß der DIN 14676 vor, dass Rauchwarnmelder in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren (Rettungswegen) zu installieren sind. Idealerweise sollten zusätzlich alle Wohn- und Hobbyräume, Heizungs- und Werkräume sowie Keller und Dachboden mit einem Rauchwarnmelder ausgestattet werden. Bei Wohnungen mit mehreren Ebenen empfiehlt sich ein Rauchmelder in jeder Etage.

In Küche und Bad sollten Rauchwarnmelder nur installiert werden, wenn dort Fehlalarme, z.B. durch Wasserdampf, ausgeschlossen werden können. Teilweise werden spezielle Rauchmelder für Küche und Bad empfohlen, die mit einem Stummschalter ausgerüstet sind. So kann der Rauchmelder bei einem Fehlalarm manuell ausgeschaltet werden.

Wie sollten Rauchmelder angebracht werden?

Idealerweise sind Rauchmelder in waagerechter Position an der Decke in der Raummitte anzubringen. Hierbei sollte auf einen Mindestabstand von 50cm zur Wand bzw. zu Einrichtungsgegenständen geachtet werden.

Bei besonderen Raumschnitten, wie beispielsweise L-förmigen oder unterteilten Räumen, gibt die DIN 14676 entsprechende Empfehlungen für die optimale Installation.

Wer ist für den Einbau und die Wartung zuständig?

In allen Bundesländern, bis auf Mecklenburg-Vorpommern, ist explizit der Hausbesitzer und somit der Vermieter für den Einbau der Rauchmelder verantwortlich. Die Installation kann er selbst vornehmen oder z.B. an einen Hausmeisterservice weitergeben.

In Mecklenburg-Vorpommern ist der Besitzer, also der Mieter, für den Einbau und die Wartung während des Mietverhältnisses verantwortlich. Noch nicht abschließend geklärt ist, welche Regelung diesbezüglich die Bundesländer Berlin und Brandenburg treffen werden.

Die Wartung der Rauchmelder ist in den meisten Bundesländern ebenfalls Vermietersache. Lediglich Sachsen-Anhalt, Bremen, Schleswig-Holstein und Hessen verpflichtet die Mieter zur regelmäßigen Wartung der Rauchmelder. Dem Vermieter bleibt es natürlich unbenommen, diese Pflicht freiwillig zu übernehmen.

Die Rauchmelder sollten jährlich überprüft werden. Neben der Raucheindringöffnung muss das akustische und optische Warnsignal getestet werden. Außerdem muss überprüft werden, ob noch genug Freiraum vor dem Rauchmelder besteht und ob die Batterie noch funktionsfähig ist.

Einbau muss geduldet werden

Grundsätzlich hat der Mieter einer Wohnung die Installation von Rauchwarnmeldern zu dulden.
Dies ergibt sich in fast allen Bundesländern bereits aus der jeweiligen Landesbauordnung, die den Vermieter zum Einbau gesetzlich verpflichtet.

Diese Duldungspflicht kann der Mieter nicht umgehen, indem er den Einbau der Rauchmelder selbst vornimmt. Der Vermieter hat indes einen Anspruch darauf, den eigenen Wohnungsbestand mit einheitlichen Geräten auszustatten und warten zu können, so hat es der Bundesgerichtshof (BGH) ein einem Urteil vom 17.06.2015 klargestellt (Az. VIII ZR 216/14 und 290/14).

Kosten für Rauchwarnmelder

Die Kosten für den Kauf von Rauchwarnmeldern sowie die Installation müssen in der Regel vom Eigentümer, also dem Vermieter, übernommen werden. Dabei kann der Vermieter die Anschaffungskosten mit 11 Prozent als Mieterhöhung geltend machen, da die Installation eine Modernisierungsmaßnahme darstellt. In der Praxis verzichten jedoch viele Vermieter auf Grund des niedrigen Anschaffungspreises auf eine Mieterhöhung.

Die Wartung der Rauchmelder als fortlaufenden Kostenpunkt darf der Vermieter hingegen als Betriebskosten auf den Mieter umlegen.

Anspruch des Mieters auf Rauchmelder

Sollte in der Wohnung noch kein Rauchmelder installiert sein, so empfiehlt sich eine Anfrage beim Vermieter. Ob ein Mieter jedoch einen Anspruch auf Installation eines Rauchmelders hat, hängt entscheidend von der jeweiligen landesrechtlichen Regelung ab. Solange noch eine Übergangsfrist gilt, kann der Vermieter diese entsprechend nutzen. Ein Rechtsanspruch des Mieters auf Einbau entsteht allerdings erst mit Ablauf der Übergangsfrist.