Vermieter muss Kosten für vom Mieter bestellten Notdienst nicht übernehmen, wenn kein echter Notfall vorliegt

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Nach einem Urteil des Amtsgerichts (AG) Münster vom 11. September 2008 (Az.: 49 C 2864/08) ist ein Vermieter nicht verpflichtet, für die Reparaturkosten einer defekten Heizung aufzukommen, wenn der Mieter die Reparatur eigenmächtig in Auftrag gegeben hat. Anders sieht der Fall aus, wenn ein akuter Notfall vorliegt. Das war jedoch in der vor dem AG Münster verhandelten Streitsache nicht der Fall gewesen.

Nach dem Ausfall der Heizung hatte der Mieter zunächst etwa eine halbe Stunde lang versucht, seinen Vermieter telefonisch zu erreichen. Als er damit keinen Erfolg hatte, gab er die Reparatur einem Notdienst in Auftrag. Der Vermieter weigerte sich jedoch, die Kosten für diesen Reparaturauftrag zu übernehmen, da eine Notfallsituation nicht gegeben war und bekam vor Gericht Recht zugesprochen.

Ein Notfall hätte nur dann vorgelegen, wenn die Temperatur in der Wohnung so weit gesunken wäre, dass daraus entstehende Schäden hätten befürchtet werden müssen. Da die Wohnungstemperatur aber immer noch um die fünfzehn Grad betragen hatte, konnte von einer Notfallsituation und einem damit verbundenen Schaden hier nicht die Rede sein. Dementsprechend war auch kein Grund zur sofortigen Mängelbeseitigung gegeben.