Keine Mietminderung bei zu geringer Wohnfläche

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Weicht die tatsächliche Wohnfläche einer Wohnung von den Angaben des Maklers ab, haben Mieter kein grundsätzliches Recht auf Mietminderung. Maßgeblich ist hier eine genaue Angabe der Wohnungsgröße im Mietvertrag. Ist im Mietvertrag keine Wohnfläche ausdrücklich vermerkt, ist es Sache des Mieters, sich hier um Klarheit zu bemühen. (Amtsgericht München, Az. 424 C 10773/13).

126 statt 164m² – kein Geld zurück

Geklagt hatte eine Mieterin aus München. Laut Aussagen des Maklers betrug die Wohnfläche satte 164 Quadratmeter, laut Grundriss immerhin noch 156 Quadratmeter.  Eine von der Mieterin veranlasste Messung durch einen Architekten ergab schlussendlich nur noch 126 Quadratmeter Wohnfläche, für die sie monatlich 2.450€ Kaltmiete zahlen musste – eine Abweichung von knapp 40 Quadratmetern . Die Mieterin klagte und pochte auf zukünftige Mietminderung sowie Erstattung zu viel gezahlter Miete, jedoch wies das Amtsgericht München die Klage zurück, da in ihrem Mietvertrag keine genaue Wohnungsgröße verzeichnet war.

Mietminderung ab 10 Prozent Abweichung zum Mietvertrag

Grundsätzlich können Mieter zu viel gezahlte Miete zurückfordern, jedoch nur, wenn die tatsächliche Wohnungsgröße um mehr als 10 Prozent von den vertraglich vereinbarten Angaben im Mietvertrag abweicht. Die Aussagen eines Maklers oder die Angaben in Inseraten sind hier nicht ausreichend. Ist im Mietvertrag keine Wohnfläche vermerkt, sollten Mieter vor der Unterzeichnung umso misstrauischer sein.

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