Kündigung zulässig: Starker Raucher muss Wohnung räumen

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Im deutschen Mietrecht haben es Mieter für gewöhnlich leichter als Vermieter. In den letzten Monaten hat sich der Wind aber gedreht, das hat nun ein weiteres Urteil deutlich gemacht. So hat das Landgericht Düsseldorf entschieden, dass einem Mieter gekündigt werden darf, sofern dieser seine Nachbarn schwerwiegend durch Zigarettenrauch belästigt.

Kündigung nach mehr als 40 Jahren

Das Urteil gegen Friedhelm Adolfs hat auch deswegen für so viel Aufsehen gesorgt, weil der Rentner bereits seit 40 Jahren in der Wohnung gelebt hat, aus der er nun zum 31.12.2014 ausziehen muss. Der 75-jährige hat demnach mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens in dieser Wohnung verbracht, wodurch die Schwelle für eine Kündigung besonders hoch gesetzt werden muss. Und dennoch hat sich das Landgericht Düsseldorf am Donnerstag (26.06.2014 – Az. 21 S 240/13) entschieden, der Vermieterin Recht zu geben. Diese hatte Adolfs auf Grund seines Zigarettenkonsums bereits vor Monaten gekündigt.

Geruchsbelästigung wurde nicht vermieden

Wie das Gericht deutlich machte, habe es der Vermieterin nicht deswegen Recht gegeben, weil Rauchen in einer Wohnung untersagt sei. Stattdessen ist die Entscheidung zu Ungunsten von Adolfs gefallen, weil dieser eine Geruchsbelästigung nicht nur fahrlässig in Kauf genommen, sondern diese auch noch gefördert habe. Wie die Richter erklärten, habe Adolfs nur selten seine Aschenbecher geleert und unzureichend gelüftet, wodurch der Rauch ins Treppenhaus eindringen konnte. Dies sorgte auch bei den anderen Mietern für Unmut. Ein Faktor, der im Urteil des Landgerichts Düsseldorf eine entscheidende Rolle spielte.

Rauchen in der Wohnung bleibt erlaubt

Raucher müssen nach dem Urteil dennoch keine Angst haben, denn das Urteil verbietet das Rauchen in den eigenen vier Wänden nicht per se. Auch als Mieter haben Bundesbürger weiterhin das Recht, frei darüber zu entscheiden, ob sie in ihrer Wohnung rauchen oder nicht. Zu achten ist nur darauf, dass keine „schwerwiegende Pflichtverletzung“ begangen wird, denn eine solche hat im Fall von Adolfs zu einer Kündigung geführt.

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht und das LG Düsseldorf lies eine Revision zu. Das letzte Wort im Fall Friedhelm Adolfs könnte der BGH haben.