Dunkelhäutige Mietinteressenten abgelehnt: Immobilienverwalter muss Schadenersatz leisten

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Wird einem Mietinteressenten wegen seiner Hautfarbe oder ausländischen Herkunft von vornherein die Wohnungsbesichtigung verweigert, so macht sich der Immobilienverwalter schadensersatzpflichtig. Das ist der Tenor eines am 19.01.2010 ergangenen Urteils des Oberlandesgerichts Köln (Az.: 24 U 51/09).


Im Rechtsstreit vereinbarte ein Paar schwarzafrikanischer Herkunft mit dem für eine inserierte Wohnung zuständigen Immobilienverwalter einen Besichtigungstermin. Allerdings wurden sie am Tag der Besichtigung von der Hausmeisterin mit den Worten, die Wohnung werde nicht an „Neger – äh Schwarzafrikaner oder Türken“ vermietet, abgewiesen.

Das OLG machte deutlich, dass der Verwalter für das Verhalten der Hausmeisterin haftet. Schließlich habe er sich der Hausmeisterin als Gehilfin für die Durchführung des Besichtigungstermins bedient.

Die Äußerung der Hausmeisterin stelle eine besonders schwerwiegende Verletzung der Menschenwürde sowie des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dar. Dem Paar wurde wurde deswegen Schadenersatz für die Fahrtkosten und Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 5.056 Euro zuerkannt.