Bauarbeiten: Stromunterbrechungen müssen angekündigt werden

, , , ,

Der Vermieter muss seine Mieter darüber informieren, wenn es infolge von Baumaßnahmen zu einer Stromunterbrechung kommen kann. Das Amtsgericht Bremen hat mit einem Urteil vom 01.10.2015 (Az. 9 C 290/15) entschieden, dass der Vermieter auf eine mögliche Beeinträchtigung rechtzeitig hinzuweisen hat.

In dem vor dem AG Bremen verhandelten Fall ging es um die Unterbrechung der Stromversorgung in einem Wohnhaus, die auf Elektroarbeiten zurückzuführen waren. Eine Mieterin, die als freie Journalistin arbeitet und daher auf eine permanente Stromversorgung angewiesen ist, beantragte im einstweiligen Rechtsschutzverfahren, dass auf Probleme in der Stromversorgung mindestens drei Tage im Voraus schriftlich hingewiesen werden muss.

Beeinträchtigung der Stromversorgung muss angekündigt werden

In seiner Entscheidung stellte das Amtsgericht Bremen fest, dass die Vermieterin bei anstehenden Bauarbeiten rechtzeitig auf eine Unterbrechung der Stromversorgung hinzuweisen hat. Damit die Mieter entsprechende Vorkehrungen treffen können, sollte ein solcher Hinweis mindestens drei Tage vor Beginn der Bauarbeiten schriftlich erfolgen.

Die Richter machten deutlich, dass ein Mieter grundsätzlich dazu verpflichtet ist, notwendige Baumaßnahmen zu dulden. Allerdings hat der Vermieter im Gegenzug dafür Sorge zu tragen, dass solche Beeinträchtigungen den Mieter nur geringfügig belasten. Im konkreten Fall hätte die Vermieterin die Mieter des Wohnhauses über den genauen Zeitraum und die mögliche Dauer der Stromunterbrechung informieren müssen. Insbesondere, da aufgrund der Bauarbeiten auch die Klingelanlage des Wohnhauses zeitweise ohne Funktion blieb.

Lesen Sie auch: Mieterhöhung aufgrund von Modernisierung