Schimmelpilzbildung berechtigt zur Minderung

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Das Amtsgericht Königswusterhausen (AG) hat am 05.01.2011entschieden, dass Schimmelpilzbildung infolge schlechter Bausubstanz ein tauglicher Minderungsgrund ist (Az.: 9 C 174/06).


Im verhandelten Streitfall wehrte sich der Vermieter gegen eine vom Mieter vorgenommene Minderung der Miete um 20 Prozent. Grund für die Minderung war, dass sich in sämtlichen Räumen der Wohnung dicker Schimmel gebildet hatte. Der Vermieter argumentierte dahin gehend, dass für den Schimmelpilzbefall ein falsches Heizungs- und Lüftungsverhalten ursächlich sei.

Das AG entschied jedoch zugunsten des Mieters. Laut Urteilsbegründung treffe in einem solchen Sachverhalt zunächst den Vermieter die Beweislast. Ein gerichtlich eingeholtes Gutachten habe ergeben, dass die Außenwände nicht der Wärmeschutzverordnung von 1984 entsprächen und folglich ein Baumangel vorliege. Aufgrund des Baumangels stünde dem Mieter das Recht auf Mietminderung im Sinne des § 536 Abs. 1 BGB zu.