Voll möblierte Wohnung: Wohnflächenabweichung ist Minderungsgrund

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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 02.03.2011 entschieden, dass der Mieter einer voll möblierten Wohnung zur Mietminderung berechtigt ist, falls die tatsächliche Wohnfläche um mehr als 10 Prozent von der im Mietvertrag vereinbarten Quadratmeterzahl abweicht (Az.: VIII ZR 209/10).

Im Streitfall mietete sich ein Mann eine möblierte Wohnung an. Die Kaltmiete des laut Mietvertrag 50 Quadratmeter großen Objekts lag bei 560 Euro. Als der Mieter jedoch feststellte, dass sich die tatsächliche Wohnfläche lediglich auf 44,3 Quadratmeter beläuft , wollte er eine Mietminderung durchsetzen und forderte vom Vermieter rund 2.000 Euro der während der gesamten Mietzeit entrichteten Mietzahlungen zurück. Dies entsprach einer Minderung der Kaltmiete um 11,5 Prozent. Der Mieter begründete sein Vorgehen mit der Flächenabweichung, welche ebenfalls bei 11,5 Prozent lag.

Der BGH gab dem Mieter Recht. Auch der Mieter einer komplett möblierten Wohnung dürfe die Miete mindern, falls die tatsächliche Wohnfläche um mehr als 10 Prozent geringer ist als im Mietvertrag angegeben. Der Betroffene sei dann berechtigt, die Miete in jenem Verhältnis herabzusetzen, in dem sich die tatsächliche Wohnfläche von der vereinbarten Fläche unterscheidet.