Mietminderung wegen übermäßigem Kaltwasservorlauf ist rechtens

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Das Amtsgericht Köpenick urteilte am 15.11.2000 (Az.: 12 C 214/00), dass eine Mietminderung in Höhe von 10 Prozent gerechtfertigt ist, falls der Kaltwasservorlauf länger als 10 Sekunden dauert. So dürften bei der Entnahme von Warmwasser maximal 5 Liter Kaltwasser verloren gehen.


Im verhandelten Fall beschwerte sich ein Mieter über die Tatsache, dass aus seiner Dusche jeden Morgen rund 10 Liter Kaltwasser vorläuft. Der 10-Liter-Eimer, welcher von ihm zum Abfangen des vorlaufenden Kaltwasser genutzt wird, sei immer dann randvoll, wenn längere Zeit kein Warmwasser abgenommen wurde. Aus diesem Grund nahm er eine Mietminderung von 10 Prozent vor.

Das AG gab dem Mieter Recht. Die Minderung in Höhe von 10 Prozent der Grundmiete sei durchaus angemessen, weil der Mieter über die Einschränkung des Mietgebrauchs hinaus auch noch mit Mehrkosten für den Wasserbrauch belastet wird. Es handele sich vorliegend um einen „ungewöhnlich lange und übermäßigen Kaltwasservorlauf“, den der Mieter nicht hinnehmen muss.