Mietspiegel: 3-Familienhaus und 3 Wohnungen sind nicht gleichrangig

Einem am 28.07.2011 ergangenen Urteil des Landgerichts Frankfurt/Main (LG) zufolge darf die ortsübliche Vergleichsmiete für ein einheitlich vermietetes Dreifamilienhaus nicht mittels Addition der Vergleichsmieten für drei einzelne, zusammen gleichgroße Wohnungen berechnet werden (Az.: 2-11 S 349/10).


Im Rechtsstreit wollte der Mieter einer Mieterhöhung für das von ihm komplett angemietete Dreifamilienhaus mit einer Gesamtfläche von 313 Quadratmetern nicht zustimmen. Der Vermieter stützte sein Mieterhöhungsverlangen auf den örtlichen Mietspiegel, wobei eben jener keine Angaben zu Wohnungen mit mehr als 150 Quadratmetern Fläche machte. Deswegen ermittelte der Vermieter die ortsübliche Vergleichsmiete, indem er die Werte dreier einzelner, zusammen gleichgroßer Wohnungen addierte.

Dieses Vorgehen war nach Meinung der Frankfurter Richter nicht mit der Rechtsordnung vereinbar. Die Annahme, dass die ortsübliche Vergleichsmiete für ein einheitlich vermietetes Dreifamilienhaus auch nur annähernd die Summe der ortsüblichen Vergleichsmiete für drei separat vermietete Wohnungen in einem Dreifamilienhaus nahe komme, sei unrechtmäßig. Aufgrund der Tatsache, dass der Mietspiegel keine Angaben zu Wohnungen mit über 150 Quadratmetern Fläche enthält und die Berechnungsweise des Vermieters unzulässig ist, sei zu konstatieren, dass sich der Vermieter nicht auf den Mietspiegel habe beziehen dürfen. Folglich müsse der Mieter dem Verlangen des Vermieters auch nicht seine Zustimmung erteilen.