Lärm spielender Kinder ist kein Kündigungsgrund und muss geduldet werden

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Vermieter und Mitbewohner müssen den Lärm spielender Kinder hinnehmen, solange dieser nicht ein derartiges Maß übersteigt, dass er zu einer Mietminderung berechtigt.

Eine Familie mit drei Kindern hat beim Wuppertaler Landgericht erfolgreich gegen ihren Vermieter geklagt. Dieser wollte ihnen die Wohnung kündigen, nachdem sich Nachbarn über den Lärm der spielenden Kinder beschwert hatten. Der fünfjährige Sohn der Mieter hatte mit seinen Freunden trotz Verbot im Garagenhof des Mietgebäudes gespielt. Dieser Hof liegt auf dem Weg zu einem angrenzenden Spielplatz. Ein im Garagenhof angebrachtes Schild weist auf das Spielverbot hin. Das Wuppertaler Amtsgericht bestätigte die Kündigung in der ersten Instanz (Az: 94 C 248/07).

In der Berufung urteilte das Landgericht Wuppertal am 29. Juli 2008 jedoch zugunsten der Mieter. Es befand, dass das Spielen der Kinder auf dem Garagenhof keine erhebliche Verletzung der mietvertraglichen Pflichten darstelle (Az: 16 S 25/08). Erst wenn der Kinderlärm ein solches Ausmaß annehme, dass durch ihn eine Mietminderung gerechtfertigt sei, wäre eine Kündigung gerechtfertigt, so das Gericht. Eine derartige Lärmbelästigung lag hier aber nicht vor. Da es in der Wohnanlage auch noch viele andere Kinder gab, und der Spielplatz sich direkt nebenan befand, sei der Spiellärm nicht über das übliche Maß hinausgegangen.